Kategoriearchiv: Berichte

Runter kann Jeder

Die Idee hatte Tom Maier schon lange im Kopf. Ist es möglich mit dem Surfski von Schaffhausen nach Konstanz zu fahren? Die Fahrten von Konstanz, über mehrere Stationen nach Schaffhausen, kennen viele. Aber funktioniert das auch anders herum? Am letzten Samstag war es soweit. Der Rhein und das Wetter waren perfekt. Durch den niedrigen Wasserstand war mit weniger Gegenströmung zu rechnen und der angesagte Westwind würde das Boot in die richtige Richtung schieben. So der Plan.
Mit Paul Sorgius war schnell ein Verbündeter für eine solche Idee gefunden.

Start in Schaffhausen

Nach der ca. einstündigen Autofahrt nach Schaffhausen, machten sie sich vor dem Kanu-Club dort bereit für die mehrstündige Rückfahrt. Es galt so wenig wie möglich und so viel wie notwendig mitzunehmen. Weste, Wasser, Proviant und fertig!

Vor Dissenhofen

Der erste Teil bis Diessenhofen konnte recht schnell bewältigt werden. Allein das Seegras an der Steuerfinne bremste die Beiden immer wieder ab. Nach kurzer, gegenseitiger „Fellpflege“ konnte die Fahrt zügig fortgesetzt werden. Ab dem Strandbad Gailingen erhöhte sich die Strömung erheblich. Vor allem zwischen dem Gasthaus Schupfen und der Biebermühle konnten nicht mehr als 4 Stundenkilometer erreicht werden. Hier war es besonders wichtig eine perfekte Linie zwischen Grund und Gegenströmung zu finden. Als nach einer Rechtskurve die Burg Hohenklingen und die Brücken zu sehen waren, war klar, dass Stein am Rhein nicht mehr weit war. Ab Freibad Öhningen gab es keine spürbare Strömung mehr und der Untersee öffnete sich vor den Beiden. Der Weg führte sie jetzt quer über See nach Steckborn. Nun kam der stärker werdende Westwind ins Spiel. Je weiter es Richtung Osten ging, umso höher wurden die Wellen. Perfekt, für den Surfski! Nun konnte auf dem Untersee das Tempo auf über 12 Stundenkilometer gehalten werden. Dank des Windes und des bewölkten Himmels kreuzten nur ein paar Segelboote und Windsurfer den Weg zurück nach Konstanz. Ab Mannenbach war das Ziel, in Form des Telekom-Gebäudes, schon sehen. Ab Ermatingen mußte noch einige Male das Seegras entfernt werden. Denn gerade auf den letzten Kilometern spürte man jeden Halm. Nach knapp über 5 Stunden und 43 Kilometern den Rhein hinauf hatten Tom und Paul den Steg am Kanu-Club erreicht.

Endlich haben die beiden den KCK erreicht

Besonders stolz sind die Beiden, dass sie auf der gesamten Strecke von keinem Boot überholt wurden.

Ein kleiner Zwischenstopp in Steckborn am Sonntag

Nach einer heißen Dusche wurde besprochen, wann am nächsten Tag nach Schaffhausen abgelegt wird. Denn irgendwie musste ja das Fahrzeug wieder nach Konstanz gebracht werden. Was liegt da näher, als sich wieder in den Surfski zu setzen und runter nach Schaffhausen zu paddeln. So ging es am Sonntagmorgen wieder los. Diesmal begleitet von Jasmin, Enriko und Helmut. „Ich bin überrascht, wie schnell das an manchen Stellen geht, wo wie gestern noch fast im Schneckentempo hochfuhren“ sagte Tom. Am Nachmittag erreichten die Fünf bei herrlichem Sonnenschein und leichtem Ostwind Schaffhausen.

Fast haben sie den Rhein erreicht

An der Durance

Bei gleichbleibender Konstanzer Beteiligung von fast 0,13% aller Mitglieder, fand auch dieses Jahr wieder in der ersten Augustwoche die Wildwasser-Woche des Baden Württembergischen Kanuverbandes statt.

Je nach Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten und Wünsche, ging es in Gruppen mit Betreuern auf die Durance und einige ihrer Nebenflüsse. Die Wasserstände waren erstaunlicherweise besser als im letzten Jahr. So konnte jeder seine Fertigkeiten unter engagierter Anleitung verbessern. Mal wuchtiges Wasser auf der Durance, mal mehr oder wenig verblockte Abschnitte auf den Nebenflüssen bis WW 4.  So wurde auch schon mal der Rat erteilt, „kräftig am Löffel zu ziehen“. Gemeint war natürlich nicht das Höhrorgan des Ratschlaggebers, als vielmehr das aktivere Paddeln, um das Boot beherzt in und aus dem Kehrwasser zu bringen.

Einen besonderen Dank an das KVBW Lehrteam!
Text und Bilder: Georg

Rhein in die Nordsee

Unser Wanderwart ist diesen August die letzte Etappe seiner kompletten Rheinbefahrung vom KCK-Steg in die Nordsee gepaddelt. 223 km im holländischen Rheindelta, dort wo der Strom viele unterschiedliche Namen trägt: Boven Rijn, Waal, Merwede, Hollandsch Diep, Haringvliet. Hier ein paar Foto-Impressionen. Wer sich für den detaillierten Fahrtbericht interessiert findet ihn unter Auf dem Wasser/Kanutouren/Rhein-Staffel

Fotos: Wolfgang, Marikka, Lucia

Club-Crew Weltmeisterschaft im Drachenboot in Ungarn

von Jessica Böhme

Eines der größten Events, die es im Drachenbootsport in den letzten Jahren gegeben hat, fand in diesem Jahr im ungarischen Szeged statt. Zu der 6-tägigen Club-Crew Weltmeisterschaft reisten ca. 6.100 Sportler/-innen aus 27 Nationen an, sie verteilten sich dabei auf etwa 140 Teams, die um die begehrten Weltmeistertitel kämpften, das ist im Drachenbootsport eine beinahe rekordverdächtige Zahl. An diesem besonderen Event waren auch Jasmin Schlinker, Jessica und Nicole Böhme sowie Thomas Maier vom Kanu-Club Konstanz unter den Teilnehmenden. Während der 6 Wettkampftage kämpften die vier, mit ihrem Team den Neckardrachen, einer Renngemeinschaft mit Sitz in Heilbronn, gegen die starke Konkurrenz aus aller Welt. Die Sportler reisten dabei nicht nur aus zahlreichen europäischen Ländern an, sondern kamen unter anderem auch aus Australien, Neuseeland, Iran, Katar, China, USA, Russland oder Singapur. Die größte Teilnehmerzahl stellte in diesem Jahr Kanada, deren sehr starke Mannschaften es der Konkurrenz nicht immer leicht machten, doch Sieg und Niederlage stehen im Drachenboot nicht immer im Vordergrund. Es zählen auch Ehrgeiz, Teamgeist und der Austausch von Kulturen und Erfahrungen von unterschiedlichen Menschen, deren einzige Gemeinsamkeit oft nur der Sport darstellt. Schon bei der Eröffnungsfeier am Montag konnten sich die Teilnehmenden gegenseitig kennenlernen und die waghalsigen Flugkünste eines Air-Race-Piloten bewundern.

Jasmin Schlinker, Jessica Böhme, Nicole Böhme, Thomas Maier (von links nach rechts)

Am Dienstag startete dann für alle endlich die Weltmeisterschaft und von da an hieß jeden Tag sein Bestes zu geben. Die vier Konstanzer starteten in drei verschiedenen Altersklassen und bereicherten ihr Team als Paddler (Jasmin Schlinker und Thomas Maier), sowie als Trommlerinnen (Nicole und Jessica Böhme). Sich unter einem so großen Starterfeld zu behaupten war keine leichte Aufgabe, denn besonders die kanadischen Teams machten es ihren Gegnern schwer auf die vorderen Plätze zu gelangen. Doch die Neckardrachen kämpften sich durch Vorläufe, Zwischenläufe und Halbfinale in sehr vielen Rennen bis ins Finale und konnten auch dort sehr gute Ergebnisse erzielen. So erreichte das Team Neckardrachen in der Klasse Open Ü40 (Paddler 40 oder älter) auf der 200 m Distanz, in der Thomas Maier mit seinen Kollegen paddelte und Jessica Böhme das Team von der Trommel aus unterstütze nach einem sehr spannenden Rennen den 3. Platz. Auf der gleichen Distanz erreichten Jasmin Schlinker und Nicole Böhme in der Kategorie Premier Mixed (Paddler/-innen meist zwischen 18 und 40) mit wenigen Zehntel Sekunden Rückstand den 5. Platz. In ihrer Altersklasse machten es die Kanadier den Deutschen schwer, sich überhaupt für das Finale zu qualifizieren, umso größer war die Freude dann, wenn man im Finale einige der Gegner hinter sich lassen konnte. Hatte man den Einzug ins Finale knapp verpasst und sich  stattdessen „nur“ für das B-Finale qualifiziert, dann wurden die Köpfe dennoch nicht hängen gelassen. Vielmehr wurde jede Energie darauf verwendet, im B-Finale als Sieger hervorzugehen. Auf der 500 m Distanz in der Kategorie Premier Damen gingen die Neckardrachen im Smallboot (10 Paddler/innen) mit Jasmin Schlinker als Paddlerin und Nicole Böhme auf der Trommel im B-Finale als klarer Sieger hervor und feierten ihren 8. Platz in der Gesamtwertung als wäre es der Weltmeistertitel gewesen. Ähnlich ging es Jessica Böhme und Thomas Maier auf der gleichen Distanz in der Kategorie Ü40 Open, auch sie konnten das B-Finale als Sieger verlassen und erreichten einen guten 8.Platz.

Zieleinlauf Premier-Mixed 200 m mit Nicole Böhme und Jasmin Schlinker

Club-Crew Weltmeisterschaft im Drachenboot in Ungarn weiterlesen →

Sonne, Blutmond und Mars

Am (vermutlich) heißesten Tag des Jahres paddelten wir in die nur sehr zaghaft kühler werdende Sonne zum Fehrenhorn, gegenüber Ermatingen auf der Reichenau. Jedes Jahr ist eigentlich die Eisfahrt eine Veranstaltung, zu der die meisten KCK-Mitglieder mitkommen. Vielleicht wird es dieses Jahr mal anders, jedenfalls liegt die Latte momentan ziemlich hoch. 23 Konstanzer, 6 Kreuzlinger und eine Laizerin schauten sich das Himmelsspektakel bei einem kurzweiligen Picknick an.

Schon bald war es nach 22 Uhr, wir rüsteten uns für den Rückweg im Angesicht der gar nicht mal so hellen totalen Mondfinsternis und dem leuchtenden Mars rechts darunter. Fantastisch unsere „Lichterkette“, tatsächlich jedem Boot war ein Licht aufgegangen, und alle fünf Motorboote, die uns begegneten nahmen Rücksicht auf unsere Prozession. Nur das ließ sich nicht mehr so gescheit fotografieren. Das muss man im Herzen tragen.

Ab Gottlieben trat dann der Mond ganz langsam aus dem Schatten der Erde, die Kreuzlinger trafen nachts um halb eins im gewohnt kalt silbrig glänzenden Licht bei ihrem Bootshaus ein, und ein Teil von uns ging noch eine Runde im Seerhein Vollmondschwimmen.

Text: Wolfgang / Fotos: Peter, Jürgen, Monika

Jugend Zeltwochenende 2018

Text: Leonie und Miriam

Am Freitag ging es um 18 Uhr am KCK los. Nach dem Zeltaufbau gab es das alljährliche Spagetti Bolognese Essen, eine Bilderschau und viel Spaß. Am Samstag klingelte der Wecker um 7:30 Uhr und nach einem Brötchenfrühstück ging die Fahrt nach Ermatingen los. Da uns die ganze Zeit eine dunkle Wolkenfront bedrohte, war es etwas unentspannt, aber es regnete nicht. Dann gab es zum Mittag die noch übrige, nun in Suppe Bolognese umgetaufte, Spagetti Bolo.
Danach war Boots-Badezeit. Währenddessen hatten Paul, Miriam und Leonie Rennboottraining mit Dietmar. Obwohl das Steuer von Taurus (Miriams Rennboot) nicht voll funktionstüchtig war, hatten alle Spaß und konnten ihre Technik verbessern. Wieder zurück am Steg waren die Kleineren noch fleißig am Schnappi paddeln und Eskimorolle im Zweier mit Helmut machen. Zwischendrin gab es dann zum Aufwärmen noch Kuchen und Tee/Kaffee.
Das Feuer wurde zum Abend hin fleißig angefeuert, damit wir grillen konnten. Zu den Würsten gab es Salat und Brötchen. Als es dunkel wurde kamen dann die Marshmallows und anderes Naschzeug zum Einsatz. Und schon war auch dieser Tag zu Ende.
Am Morgen konnten wir diesmal bis 8 Uhr schlafen, bevor es dann Frühstück gab. Nun gab es eine Fahrt zur morgendlichen Dusche unter der Fontaine. Um das Bootsgefühl zu verbessern spielten wir noch Ball und alle gingen mehr oder weniger freiwillig dabei baden.
Zurück gab es dann die restlichen Würstchen, Brötchen, Kuchen und Salate. Nun mussten nur noch die Zelte abgebaut, alles eingepackt und das restliche Chaos beseitigt werden.

Wir alle freuen uns schon auf das Zeltwochenende nächstes Jahr!