Paddeln um den Affenstab

von Jessica Böhme

Beim Monkey Jumble der größten Langstreckenregatta im Drachenboot in Europa und der größten Sportveranstaltung im Saarland in Saarbrücken war auch der Bodenseedrache, das Drachenbootteam vom Kanu-Club Konstanz wieder mit am Start.

Wir, der Bodenseedrache, kurz vor dem Start!

Gemeinsam mit 47 anderen Teams, die aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und England angereist waren, kämpften die Konstanzer auf der Saar um den silbernen Affenstab, den die schnellste Mannschaft am Ende des Rennens entgegen nehmen durfte. Das Rennen ist unter den Drachenbootmannschaften so beliebt, dass bereits 10 Minuten nach Freischaltung alle 48 Startplätze vergeben waren. Der Bodenseedrache hatte Glück und konnte von Startplatz 25 aus teilnehmen. Schon Wochen vorher begann sich das Team auf diesen Wettkampf vorzubereiten. Eine Woche vorher folgte noch ein schweißtreibendes Trainingslager, dann war die Vorbereitung abgeschlossen. Danach standen die besten 22 Sportler/-innen fest.

Der Bodenseedrache im direkten Duell mit seinen Gegnern; Bild: Daniel Fischer

Am Wettkampftag warteten alle Sportler wie jedes Jahr voller Spannung auf den Countdown, der mit Kommentaren und Affengeschrei untermauert wurde. Sobald das Startsignal, ein Kanonenschuss, ertönte, setzten sich alle Boote gleichzeitig in Bewegung und alle angestaute Energie entlud sich schlagartig. Begleitet von Affengeschrei, mussten sich Paddler/-innen, Trommler/-innen und Steuerleute auf 11 Kilometer Strecke und in 3 Wenden beweisen. Eine große Herausforderung, vor allem für die Steuerleute, sind die Wenden, da es dort regelmäßig zu Kollisionen und kleineren Berührungen kommt. Der Bodenseedrache hatte Glück, dank Steuerfrau Antje Böhme gelang es die Wenden ohne größere Probleme zu meistern. Lediglich der Drachenschwanz wurde abgerissen und musste geborgen werden. Ein gegnerisches Boot war zu einfach zu dicht dran gewesen. Im Dreierpack zwischen Torpedo Drachen und Team LSdL kämpfte sich der Bodenseedrache immer weiter nach vorne. Keine der Mannschaften konnte sich vor der 3. Wende absetzten und so fuhren sie zu dritt auf die Wendebojen zu. Normalerweise versuchen die Steuerleute die Kurve möglichst eng zu fahren, der Bodenseedrache musste jedoch den längeren Weg auf der Außenbahn neben den Torpedo Drachen fahren, da sich diese in der Innenkurve befanden. Nach der Wende gelang es den Torpedo Drachen sich etwas abzusetzen. Das Team LSdL musste sich geschlagen geben. Der Bodenseedrache versuchte nun noch das Team aus Friedrichshafen einzuholen. Für ein Überholmanöver reichte auch ein harter Endspurt leider nicht mehr.

Unser Trainer Tom freut sich über unsere Urkunde und unser Ergebnis!

Ein so langes Rennen erfordert gute Ausdauer, der richtige Schlag und ein gut eingespieltes Team sind jedoch ebenso entscheidend. All das brachte der Bodenseedrache mit, die Schlagreihe besetzt mit Lisa Korn und Jasmin Schlinker, die den zu paddelnden Takt und Zwischenspurts vorgibt, feierten bei diesem Wettkampf ihren Einstand. Ihre Premiere ist ihnen sichtlich geglückt, denn das Team überquerte nach 55 Minuten und 42 Sekunden unter tosendem Beifall die Ziellinie. Gerademal 3 Sekunden hinter den Zeppelinos aus Friedrichshafen. Damit konnte der Bodenseedrache nicht nur seine Zeit, sondern auch die Platzierung vom Vorjahr verbessern und landete in der Gesamtwertung auf Rang 12. Ein traumhaftes Ergebnis für die Mannschaft von Thomas Maier, die sich in der nächsten Saison schon neue Herausforderungen sucht und mit seinem Team bestimmt wieder an der begehrtesten Regatta Europas teilnehmen wird.

Bild: Daniel Fischer
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