Zugvogelschutzgebiet Seerhein/Untersee:
Harte Verbote vermeiden, miteinander reden, sinnvoll handeln!
Am Dienstag, den 24. März 2026 war Ranger Tobias Klein zu Gast bei uns im KCK. Das Interesse der Mitglieder war überraschend groß und es versammelten sich etwa 30 Interessierte im Clubraum. Zentrale Fragen waren, wie man Vogelschutz im Ermatinger Becken und Kanusport in Einklang bringen kann.

Die Schweizer Verordnung zum Schutz der Zugvögel, welche schon vor einigen Jahren in Bern erlassen wurde, ist nicht in allen Punkten bis zu Ende durchdacht. Ranger Tobias sucht daher nun den Dialog mit Wassersportvereinen und anderen, die sich regelmäßig im Schutzgebiet bewegen. Sein Ziel ist es zu informieren, zu sensibilisieren und zu verantwortungsvollem Handeln aufzurufen. Harte Verbote und striktes Durchsetzen von rechtlichen Vorgaben soll möglichst vermieden werden. Vielmehr geht es ihm darum die Regelungen mit Augenmaß zu handhaben und das Wohl der Vögel und der Naturschutz in den Fokus zu rücken.
Besonders im Winterhalbjahr (1.10. – 31.3.) reagieren Wasservögel sensibel auf Störungen. Daher gelten hier folgende Verhaltensleitlinien:
* In der Fahrrinne (wo ausgeschildert) bzw. in der Mitte des Seerheins paddeln.
* Vogelschwärme weiträumig umfahren, Störung von Wildtieren ist verboten!
* Bei Bedarf eher zum besiedelten Gebiet hin ausweichen, z.B. in Gottlieben.
* Zum Anlanden möglichst von der Fahrrinne aus senkrecht aufs Ufer zuhalten und nicht am Ufer entlang paddeln.
* Anlanden im Winterhalbjahr nur im besiedelten Gebiet oder in unmittelbarer Nähe dazu (Feuerstelle bei Krügerwerft noch ok, Kiesstrand bis Holzbuhne nur im Sommer).
* Laute Geräusche, z.B. Drachenboottrommel im Winter vermeiden.
Im Sommerhalbjahr ist die Schutzregel im Wesentlichen:
* 25 Meter Abstand zum Ufer bzw. zu Schilfgebieten halten! Wenn möglich gerne auch mehr, v.a. in der Brutzeit.
Die hier skizzierten Verhaltensleitlinien erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Alle, die sich im Zugvogelschutzgebiet bewegen, sind angehalten, dies achtsam und rücksichtsvoll zu tun! Die Anzahl der Vögel ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Daher ist Rücksichtnahme unerlässlich, um uns unsere Paddelmöglichkeiten auf dem Seerhein und Bodensee insgesamt zu erhalten und zukünftige strengere Regeln oder gar Komplettsperrungen zu vermeiden.
Text: Verena